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Robert Stolz

Musikalische Erinnerungen
Standort der Büste: Stadtpark, Graz 
Standort der Büste: Stadtpark, GrazStandort der Büste: Stadtpark, Graz
 
Robert Stolz gehört zu den größten österreichischen Komponisten. Er hat unzählige Filmmusikstücke und Operetten geschrieben. Zu seinen Melodien tanzen und singen noch heute Menschen auf der ganzen Welt.
1880 Robert Stolz erblickt in Graz das Licht der Welt.
1896 Bereits im zarten Alter von 16 Jahren schließt der musikalisch hochbegabte Bursch das Konservatorium in Wien ab.
1898-1899 Der Musiker bekommt ein Engagement als Repetiteur-Assistent im Grazer Schauspielhaus.
1899-1907 Zunächst geht der junge Künstler als Dirigent nach Marburg, in die damalige Untersteiermark. Schließlich bekommt er die Möglichkeit, in Salzburg zu dirigieren. Robert Stolz folgt diesem Aufruf, aber schon bald verschlägt es den Grazer an ein anderes Haus, nämlich an das Deutsche Theater in Brünn.
1907-1910 Mit Freuden erfährt Stolz, dass man ihm am Theater an der Wien eine Anstellung als Dirigent bieten möchte. Gerne kommt er zurück in sein Heimatland. Die Zeit in Wien nutzt der Komponist zur Aufführung seiner eigenen Werke. Obgleich diese Operetten auf kleinen Bühnen aufgeführt werden, sind sie sehr erfolgreich. 1910 wird seine Operette "Das Glücksmädel" sogar im Raimundtheater gespielt. Das Orchester wird dabei von Stolz selbst dirigiert.
1910-1914 Ermutigt durch seine Erfolge beschließt Stolz, sich als Komponist selbstständig zu machen. In dieser Zeit schreibt er auch die ersten Musikstücke für Stummfilme.
1914-1918 Zwar wird Stolz anlässlich des Ausbruches des Ersten Weltkrieges einberufen, doch dient er nicht als Soldat, sondern wird vielmehr zum 2. Dirigenten der "Deutschmeister" ernannt.
1918-1933 Unermüdlich komponiert Robert Stolz weiter an Operetten und Filmmusikstücken, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. 1929 gelingt ihm aber auf jeden Fall ein Glückstreffer mit der Musik für den Tonfilm "Zwei Herzen im Dreivierteltakt". Und auch für die Operette "Im weißen Rössel" steuert der Grazer zwei Lieder bei.
1933-1945 Als Hitler an die Macht kommt, verlässt Robert Stolz seine Heimat und geht in die USA. Obwohl er dort bisher vollkommen unbekannt war, gelingt es dem talentierten Mann, auch die Amerikaner für seine Musik zu begeistern.
1946-1975 Nach Kriegsende zieht es den in den USA mittlerweile äußerst erfolgreichen Komponisten zurück nach Österreich, wo er weiterhin Lieder und Operetten schreibt.
1975 Robert Stolz stirbt im Alter von 95 Jahren in Berlin.
 
Robert Stolz (*25.08.1880 +27.06.1975)
Robert Stolz 
Robert StolzRobert Stolz
 
Graz hat viele bekannte Kinder, besonders stolz ist man hier aber auf Robert Stolz. Denn seine Musik hatte schon zu seinen Lebzeiten den Siegeszug um die Welt angetreten.
Dieser Erfolg kam nicht von ungefähr, immerhin wurde dem Komponisten die Musik in die Wiege gelegt. Als er am 25. August 1880 als zwölftes Kind seiner Eltern in Graz geboren wurde, war sein Vater Jakob Direktor der hiesigen Musikschule und seine Mutter Ida Klavierlehrerin an derselbigen. Früh lernte auch Robert das Klavierspielen und bereits im zarten Alter von acht Jahren beherrschte er das Tasteninstrument so gut, dass er in Graz immer wieder vor Publikum auftrat.
Darunter, dass sich der Künstler schon in jungen Jahren so intensiv der Musik widmete, litten allerdings seine schulischen Leistungen und so bestand er seine Abschlussprüfung nicht.
In einer anderen Schule jedoch wurden ihm ausgezeichnete Fähigkeiten bescheinigt.
 
"Ouverture"
 
Mit 16 Jahren legte er die letzte Prüfung im Konservatorium in Wien ab, wo er unter anderem von Robert Fuchs und Engelbert Humperdinck unterrichtet wurde.
1898 wurde Robert Stolz schließlich Repetiteur-Assistent am Schaupielhaus Graz und konnte dort erste Bühnenerfahrung sammeln. Bereits ein Jahr später bekam er eine Stelle als Dirigent in der damaligen Untersteiermark in Marburg. Er nützte diese Zeit im heutigen Slowenien zur Aufführung seiner ersten Operette "Studentenulke". Nachdem er als zweiter Dirigent am Theater in Salzburg Station eingelegt hatte, führte ihn sein Weg über Russland nach Berlin und schlussendlich zum Deutschen Theater in Brünn, wo er als erster Dirigent engagiert wurde. Brünn erwies sich als äußerst erfolgreicher Aufenthalt. Zum einen schrieb er dort seine Operette "Manöverliebe", zum anderen lernte er seine Frau, die Sängerin Grete Holm, kennen.
 
1. Akt
1907 verschlug es das musikalische Multitalent wieder in die österreichische Bundeshauptstadt ans Theater an der Wien, wo er unter anderem "Die lustige Witwe" von Franz Lehár dirigierte. Seine eigenen Werke wie "Die lustigen Weiber von Wien" wurden zwar auf kleinen Wiener Bühnen aufgeführt, waren aber dennoch sehr erfolgreich. Bald schrieb er auch seinen ersten Drei-Akter "Das Glücksmädel", der im Oktober 1910 am Raimundtheater in Wien uraufgeführt wurde. Dirigiert hat dabei der Meister selbst.
Der Erfolg spornte Robert Stolz dazu an, seine sichere Stelle aufzugeben und als freischaffender Künstler tätig zu werden. Private Probleme (Scheidung von seiner Frau) waren bald nicht mehr die einzigen. Immerhin floppte seine Operette "Die eiserne Jungfrau". Das Lied "Servus Du", das er 1912 schrieb, wurde hingegen wieder gerne gehört. Auch privat ging es bald wieder bergauf: Er heiratete seine Geliebte Franzi Ressel, die er auch auf der Kabarett-Bühne am Klavier begleitete.
 
2. Akt
Die aufkommende Filmindustrie bot dem Komponisten zudem weitere Perspektiven. Er schrieb beispielsweise die Filmmusik für den Stummfilm "Der Millionenonkel". Die Karriere im Filmbusiness musste Stolz allerdings für einige Zeit unterbrechen, wurde er zu Beginn des Ersten Weltkrieges doch eingezogen. Allerdings diente er nicht als Soldat, sondern als Dirigent der Militärmusik. In dieser Zeit komponierte er außerdem zahlreiche Lieder wie "Wien wird erst schön bei Nacht" und "Im Prater blühn wieder die Bäume" sowie "Du, du, du sollst der Kaiser meiner Seele sein". Nach dem Krieg verschrieb er sich wieder ganz dem Kabarett und komponierte nebenbei zahlreiche Lieder und Operetten. Ferner leitete er das Theater "Max und Moritz", das jedoch schon bald bankrott ging. Und auch seine Ehe mit Franzi endete 1923.
Seine dritte Ehe schloss Stolz wenig später mit Josephine Zernitz. Doch dieses Glück währte ebenfalls nicht lange, 1924 war der Komponist wieder geschieden. Um seinen Gläubigern, denen er aufgrund der Misere mit seinem Theater Geld schuldete, zu entgehen, entschloss sich Stolz bald, nach Berlin zu gehen.
In Berlin konnte er an seine großen Wiener Erfolge anknüpfen. Mit "Märchen im Schnee" begeisterte er schnell das deutsche Publikum und ein Vertrag bei einem Verlag ermöglichte es ihm, seine Schulden in Österreich zu begleichen. Und die Operetten "Der Mitternachtswalzer" und "Eine einzige Nacht" wurden auch in Wien ein Erfolg.
 
3. Akt
Außerdem stellte sich der Künstler einer weiteren musikalischen Herausforderung: Statt Stummfilme kamen nun Tonfilme in die Kinos. Auch diese wollten musikalisch unterlegt werden und Stolz konnte sich nun als Filmmusik-Komponist beweisen. Schon mit seinem ersten Versuch hatte er großen Erfolg. Die Musik zu "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" (1929) gehört heute noch zu seinen bekanntesten Melodien. In wenigen Jahren komponierte Stolz unzählige Stücke für Musikfilme und zwei Lieder für die weltberühmte Operette "Im weißen Röss'l": nämlich "Die ganze Welt ist himmelblau" and "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein".
Obgleich Robert Stolz' Gesinnung ganz und gar nicht der des aufkommenden Nationalsozialismus entsprach, blieb er vorerst im deutschen Sprachraum und komponierte weiter Filmmusik. Als er 1938 vom Anschluss Österreichs an Deutschland erfuhr, kehrte er seiner Heimat aber den Rücken.
 
Finale
Quelle: Robert-Stolz-Museum 
Quelle: Robert-Stolz-MuseumQuelle: Robert-Stolz-Museum
 
Die kommenden zwei Jahre verbrachte er in Frankreich. Nachdem auch seine vierte Ehe mit Lilli gescheitert war, ging er schließlich mit seiner neuen Liebe "Einzi" Yvonne Luise Ulrich in die USA. Nach einer anfänglich schwierigen Zeit für den Komponisten, der in Europa zwar ein Star, in den USA jedoch ein nobody war, konnte er die Amerikaner von seinem musikalischen Talent überzeugen. Trotz seines neuen Ruhms in den Vereingten Staaten entschlossen sich Robert Stolz und seine Frau "Einzi" nach Kriegsende zurück in die Heimat zu gehen, wo er mit Operetten, Singspielen und Komödien wie "Der Tanz ins Glück" , "Der liebe Augustin" , "Signorina" , "Die Deutschmeister" (TV-Adaptierung von "Frühjahrsparade") und "Kitty und die Weltkonferenz" schnell an seine früheren Erfolge anschließen konnte.
Am 27. Juni 1975 starb der weltberühmte Komponist von rund 100 Filmmusik-Stücken und 60 Operetten schließlich 95-jährig in Berlin.
 
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