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Otto Loewi

Nobelpreisträger der Karl-Franzens-Universität
Quelle: Karl-Franzens-Universität Graz 
Quelle: Karl-Franzens-Universität GrazQuelle: Karl-Franzens-Universität Graz
 
Der Nobelpreisträger Otto Loewi arbeitete und forschte Jahrzehnte an der Karl-Franzens-Universität Graz. Als Jude musste er 1938 jedoch das Land verlassen und emigrierte in die USA.
1873 Otto Loewi wird im deutschen Frankfurt am Main geboren.
1900 Der Mediziner habilitiert in Marburg (Deutschland). Seine Arbeit erbringt den Beweis dafür, dass der tierische Organismus entgegen den damaligen Ansichten selbst in der Lage ist, Proteine aus Aminosäuren aufzubauen.
1905-1909 Der Deutsche Loewi kommt mit seinem Marburger Professor nach Wien, um ihn hier bei seinen Forschungen zu unterstützen.
1909-1938 Im Jahre 1909 verschlägt es den Forscher, der mittlerweile die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen hat, nach Graz, wo er einen Pharmakologischen Lehrstuhl an der Karl-Franzens-Universität bekommt. In den Jahren 1912/13 ist er zudem Dekan der Medizinischen Fakultät. Im Jahre 1936 wird Otto Loewi für seine herausragenden Forschungsergebnisse über die Übertragung eines Nervenimpulses auf ein Organ der Nobelpreis verliehen.
1938 Der berühmte Wissenschafter muss als Jude Österreich verlassen.
1940-1960 Von London aus geht Otto Loewi in die USA, wo er als Forscher weiterarbeitet.
1961 Otto Loewi stirbt im Alter von 88 Jahren in New York.
 
Otto Loewi (*03.06.1873 +25.12.1961)
Eigentlich war Otto Loewi kein Steirer, ja noch nicht einmal gebürtiger Österreicher.
Doch das Schaffen des am 3. Juni 1873 in Frankfurt am Main geborenen Deutschen ist eng mit Graz verbunden.
Nachdem Loewi in seiner Heimatstadt die Matura abgelegt hatte, ging er nach Straßburg, um dort Medizin zu studieren. Seiner Doktorarbeit lag eine Untersuchung am isolierten Froschherzen zugrunde. Dieser Versuchsanordnung blieb der spätere Nobelpreisträger beinahe sein ganzes Leben treu.
 
Herausragende Forschungsarbeiten
Bereits mit 27 Jahren habilitierte Loewi am Pharmakologischen Institut in Marburg (Deutschland) mit einer Arbeit, die den Beweis dafür erbrachte, dass der tierische Organismus entgegen den damaligen Ansichten selbst in der Lage sei, Proteine aus Aminosäuren aufzubauen.
1905 folgte er schließlich H. H. Mayer, der ihn in Marburg bei seinen Forschungen unterstützt hatte, nach Wien, um dort sein Assistent zu werden. Damit wurde Loewi nach damaligem Usus auch österreichischer Staatsbürger.
Zwei Jahre nach seinem Umzug lernte der Wissenschafter in der Bundeshauptstadt Guida Goldschmidt kennen, die er ein Jahr später heiratete.
Nach Graz kam Loewi im Jahre 1909, als er auf den Pharmakologischen Lehrstuhl der Karl-Franzens-Universität Graz berufen wurde. In den Jahren 1912/13 war er auch gewählter Dekan der Medizinischen Fakultät. Zu seinen wohl bekanntesten Forschungen dieser Dekade zählen die Untersuchungen "Über eine Steigerung der Adrenalinfreisetzung durch Kokain" und "Über den Zusammenhang von Digitalis und Calziumwirkung", die ihrer Zeit lange voraus waren und deshalb auch erst Jahrzehnte später weitergeführt werden konnten.
 
Nobelpreis
Obgleich beeindruckend waren diese Untersuchungen nicht seine herausragendsten. Denn für seine Arbeit über die Übertragung eines Nervenimpulses auf ein Organ wurde Loewi gemeinsam mit Sir Henry Dale 1936 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen.
 
Emigration
Seine Erfolge und Verdienste um die Wissenschaft konnten Loewi wenig später jedoch nicht davor schützen, als Jude inhaftiert zu werden. Unter der Bedingung, dass er seinen ganzen Besitz zurücklasse, durfte er das Land verlassen.
Loewi ging vorerst nach London und 1940 als "Research Professor of Pharmacology" an die New York University. 1941 wurde er auch US-Staatsbürger.
Im Alter von 88 Jahren starb Loewi in New York. Nach seiner Flucht aus Österreich ist Loewi übrigens nur ein einziges Mal nach Europa zurückgekehrt. Und zwar 1958 anlässlich seiner Präsidentschaft beim 4. Internationalen Biochemiekongress in Wien.
 
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